02.10.2018

Herbst-Endspurt bei Unternehmen zur Förderung von Mannschaftssportarten rückt näher

Herbst-Endspurt bei Unternehmen zur Förderung von Mannschaftssportarten rückt näher

Im Jahr 2017 hat die Europäische Union das ungarische Fördersystem für Mannschaftssportarten, d.h. für Fußball, Handball, Basketball, Wasserball, Hockey und Volleyball, für weitere sieben Jahre zugelassen. In diesem Artikel möchten wir die Entscheidungsträger der Unternehmen darauf aufmerksam machen, warum es sich lohnt, diese Möglichkeit wahrzunehmen und warum es wichtig ist, sich hierbei rechtzeitig mit den Vorbereitungen zu befassen. Darüber hinaus suchen wir auch darauf eine Antwort, wie das Fördersystem für Mannschaftssportarten die Nachwuchsförderung der Sportvereine unterstützt und mit welchen Schwierigkeiten die Klubs in Ungarn trotz des bestehenden großzügigen Fördersystems zu kämpfen haben.

Schlagwort Steuervorteil

Das Thema gewinnt nun zunehmend dadurch an Aktualität, dass sich die Unternehmen nach der Sauren-Gurken-Zeit im Sommer langsam mit der Planung für das nächste Jahr befassen, deren Grundlage die diesjährige Prognose bildet. In dieser Schätzung muss auch die Höhe der zu entrichtenden Körperschaftsteuer kalkuliert werden, deren Ausmaß stark davon beeinflusst wird, ob das jeweilige Unternehmen von der Möglichkeit der Widmung des Körperschaftsteuerbetrags Gebrauch macht. Und obwohl eine Steuerwidmung von bis zu 50% der Summe der zu entrichtenden Körperschaftsteuervorauszahlungen auch monatlich oder quartalsweise möglich ist, erfolgt der Großteil der Steuerwidmungen trotzdem erst beim Aufstocken der Körperschaftsteuervorauszahlungen am Jahresende. Für die damit verbundenen Vorbereitungen, die Auswahl der passenden Sportvereine und das Unterzeichnen der benötigten Vereinbarungen erscheinen die restlichen 80 Tage nur auf den ersten Blick als langer Zeitraum. 

Steuerzahler können zwischen zwei Arten von Förderungen wählen: der direkten Förderung oder der Steuerwidmung. Da sich nach ihrer Einführung im Jahr 2015 die letztgenannte Form als vorteilhafte Konstruktion schnell verbreitet und als bevorzugte Variante eindeutig durchgesetzt hat (innerhalb eines Jahres können nicht beide Formen gewählt werden), versuchen wir nun kurz ihre Vorteile zu erläutern.

Bei dieser Konstruktion kann der Steuerzahler höchstens 80% seiner Steuerschuld widmen, die die Steuerbehörde an den Begünstigten weiterleitet. Im Gegenzug hat der Spender Anspruch auf eine Steuergutschrift, die die Steuerbehörde im Juli des Folgejahres auf das Steuerkonto der Gesellschaft gutschreibt und als geleistete Körperschaftsteuerschuld berücksichtigt. Im Falle der Steuerwidmung zu Lasten der Aufstockung der Körperschaftsteuervorauszahlungen kann sich die Steuergutschrift auf bis zu 7,5% des gewidmeten Betrags belaufen.

Dadurch erzielen Unternehmen, die eine Steuerwidmung bezahlen, mehr Gewinne nach Steuern, als sie hätten, wenn sie das Instrument der Steuerwidmung nicht wahrgenommen hätten. Zu schön, um wahr zu sein!

Zwar zweifeln meine Mandanten des Öfteren an meinen geistigen Fähigkeiten als Steuerberater, wenn ich versuche, ihnen diese Möglichkeit zum ersten Mal zu erklären, trotzdem hat sich die Methode in den zweieinhalb Jahren nach ihrer Einführung immer mehr durchgesetzt.

Ist die Förderung der Mannschaftssportarten aus binnenwirtschaftlicher Perspektive gerechtfertigt?

Auf die Frage, warum der Staat Unternehmen einen Überschuss an Gewinnen durch die Körperschaftsteuer zur Verfügung stellt, kann folgende Antwort gegeben werden:

In der ungarischen Filmindustrie, in der seit Jahren von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht wird, kann beobachtet werden, dass bei vielen Berufen, die zur Filmproduktion benötigt werden (Kameraleute, Synchron-Experten usw.), durch den Effekt der Förderung ein regelrechter Boom eingeläutet wurde. Da die Aufträge nur unter strengen Auflagen und durch offiziell ausgestellte Rechnungen gewonnen werden können, sind diese Berufe in Ungarn vollständig aus der Schattenwirtschaft herausgetreten und haben das Budget in Form von verschiedenen Steuern dementsprechend mit Zusatzeinnahmen bereichert.

Ähnliche Erwartungen bestanden hinsichtlich der Einführung des Förderprogramms für Sportvereine (bereits nach Beginn des ursprünglichen Direktfördersystems im Jahr 2011). In Sportvereinen mit Nachwuchsförderung haben Trainer, Masseure usw. die Möglichkeit, ihre Gehälter auf offizieller Ebene zu beziehen, was auch mit der Entrichtung der Einkommensteuer und Sozialversicherungsteuer einhergeht. Der Kauf von Trikots für die Spieler und weitere Sportgeräte erhöhen durch mehr Konsum die Mehrwertsteuereinnahmen. Bautätigkeiten, die aus der Förderung finanziert werden (neue Sportanlagen, neue Vereinshäuser), können ebenfalls zu weiteren Steuereinnahmen führen.

Warum trifft diese Entwicklung in der erwarteten Größenordnung nicht ein?

Vom Fördersystem kann nicht erwartet werden, dass die geförderten Mannschaftssportarten in einigen Jahren an die vorderste Front des internationalen Spitzensports gehoben werden. Der jüngst gewonnene U20-WM-Titel im Frauenhandball zeigt aber, dass sich bei einer seriösen professionellen Arbeit jeder investierte Steuerforint bezahlt macht. Die Anzahl der registrierten Sportler ist in diesen Sportarten deutlich gestiegen. Die zunehmenden Sportaktivitäten führen durch die Gesundheitsvorsorge und Gesundheitserhaltung zudem langfristig zu Einsparungen bei den Ausgaben im Sozialversicherungsbereich.

Allerdings könnte das Fördersystem der Mannschaftssportarten an mehreren Stellen effizienter funktionieren. Alle, die schon versucht haben, einem Sportverein mit Nachwuchsförderung eine Steuerwidmung zu gewähren, wissen, dass es nicht einfach ist, jene Klubs zu finden, in denen eine wirklich professionelle Nachwuchsförderung existiert. Es ist auch immer wieder zu hören, dass kleinere Vereine bei Kapitalengpässen mit überteuerten Rechnungen für Abhilfe sorgen. Leider verbleiben diese Klubs, statt mehr in die Legalität zu rücken weiter in der Schattenwirtschaft. Ohne eine transparente Arbeitsweise werden jedoch seriöse Unternehmen auch dann auf die Nutzung eines solchen Steuervorteils verzichten, wenn sie im neuen System für die nicht vorschriftsmäßige Nutzung der angebotenen Beträge rechtlich nicht haftbar sind. 

Wie könnte die Lösung lauten?

In der Filmbranche hat die ungarische Filmproduktion von multinationalen Unternehmen zur Legalisierung der Branche beigetragen und dadurch zu höheren Steuer- und anderen Haushaltseinnahmen geführt. Wenn sich einige der international renommierten Klubs im Bereich der Mannschaftssportarten in Ungarn etablieren würden, für die es sich rechnen würde, mit Hilfe von ungarischen Steuerforints eine neue Nachwuchsbasis auszubauen, könnten in diesem Bereich weitere Verbesserungen erzielt werden. Diese Klubs könnten mit fachlicher Entwicklung zur Nachwuchsförderung in Ungarn beitragen und auf ihren Spuren das Sponsoring der mit ihnen kooperierenden multinationalen Unternehmen folgen.

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