Nach einer umfassenden Überarbeitung im Frühjahr traten am 18. Oktober 2025 weitere Änderungen in den ungarischen Regelungen für Investitionsförderungen auf der Grundlage individueller Regierungsentscheidungen (EKD) in Kraft. Ziel der neuen Vorschriften ist es, attraktivere Anreize für Unternehmen zu schaffen, die in den Bereichen Forschung & Entwicklung (F&E) und saubere Technologien tätig sind.
Rechtlicher Hintergrund
Die ungarische Regierungsverordnung 314/2025. (X.17.), die am 17. Oktober im Amtsblatt veröffentlicht wurde und am darauffolgenden Tag in Kraft trat, ändert die Verordnung 210/2014. (VIII.27.) über die Verwendung zweckgebundener Mittel zur Investitionsförderung.
Die Neuerungen bei den von der HIPA – der Ungarischen Agentur für Investitionsförderung gewährten Subventionen dienen laut Verordnung zwei Zwecken:
- die Durchführung von mehr klinischen Forschungsprojekten in Ungarn zu fördern, und
- die Implementierung der Beihilfeleitlinien der Europäischen Kommission gemäß Mitteilung C/2025/3602.
Wichtige Änderungen bei der Förderung von F&E-Kooperationen
Eine der bedeutendsten Neuerungen in den EKD-Regelungen betrifft die Förderfähigkeit von Auftragsforschung, die gemeinsam von Unternehmen und Universitäten oder Gesundheitseinrichtungen durchgeführt wird.
Bislang konnten höchstens 50 % der Kosten solcher Kooperationen als förderfähig geltend gemacht werden. Seit dem 18. Oktober liegt diese Obergrenze bei 75 %.
Diese Maßnahme zielt insbesondere darauf ab, klinische Forschungen verstärkt in Ungarn umzusetzen und die Zusammenarbeit zwischen Pharma- und Medizintechnikunternehmen sowie ungarischen Universitäten und Kliniken zu vertiefen.
Das übergeordnete Ziel besteht darin, Ungarns Position als internationaler F&E-Standort zu stärken und das Wachstum der wissensbasierten Wirtschaft im Land zu fördern.
Einführung des Beihilferahmens „Clean Industrial Deal“ (CISAF)
Die nationale Umsetzung des Clean Industrial Deal State Aid Framework (CISAF), das im Sommer von der Europäischen Kommission verabschiedet wurde, stellt einen entscheidenden Schritt zur flexibleren und effektiveren Unterstützung sauberer industriellen Investitionen dar.
Das CISAF-Programm richtet sich gezielt an Branchen, die für die Erreichung von Netto-Null-Emissionen von zentraler Bedeutung sind – mit Schwerpunkt auf folgenden Bereichen:
- Entwicklung sauberer Technologien, z. B. Solarpanelsysteme, thermische Energiespeicherlösungen und Herstellung geothermischer Kraftwerke
- Produktion von Schlüsselkomponenten für diese Technologien
- Herstellung oder Rückgewinnung kritischer Rohstoffe, die für die Weiterentwicklung der sauberen Industrie unerlässlich sind
Dieses neue Förderinstrument spielt eine Schlüsselrolle in Ungarns Bestreben, eine aktive Rolle beim grünen Wandel und der nachhaltigen Industrieentwicklung in Europa einzunehmen.
Erneuerbare Energien und Speicherlösungen: Neue Fördervoraussetzungen
Investitionen in erneuerbare Energien bleiben weiterhin im Rahmen des HIPA-Systems förderfähig. Die neuesten Änderungen der EKD-Vorschriften präzisieren jedoch die Bedingungen für die Inanspruchnahme von Förderungen.
Ein Projekt ist nur dann förderfähig , wenn es nicht nur die Erweiterung der Produktionskapazität, sondern auch die Installation eines Energiespeichersystems umfasst.
Dieser Ansatz unterstützt den Aufbau eines stabilen und flexiblen Energiesystems, im Einklang mit den ungarischen Zielen zur Dekarbonisierung und Energiesouveränität.
Die aktuelle Änderung der EKD-Regelungen in Ungarn schafft neue Möglichkeiten für Unternehmen, die in den Bereichen F&E und saubere Technologien aktiv sind. Die Service Line Strategische Beratung und staatliche Förderprogramme von WTS Klient Ungarn steht Ihnen mit professioneller Beratung zu Investitionsplänen zur Seite. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren!
Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information und ist nicht geeignet, eine Beratung im Einzelfall zu ersetzen.


