Am 30. Oktober 2025 veröffentlichte die ungarische Steuerbehörde (NAV) im Rahmen der 9. Nationalen Steuerkonsultation ihren Fahrplan für die Steuerdigitalisierung in den kommenden Jahren. Laut dem Plan wird ab dem 31. Dezember 2026 die Möglichkeit zur Einreichung von Steuererklärungen über das weit verbreitete Allgemeine Formularausfüllprogramm (ÁNYK) in Ungarn eingestellt. Ab diesem Zeitpunkt müssen Unternehmen die Online-Plattformen ONYA (Onlineanwendung zum Ausfüllen von Formularen), E-Einkommensteuer und E-Umsatzsteuer für die Einreichung von Steuererklärungen nutzen. Wie können sich Unternehmen auf diese digitale Transformation vorbereiten? Welche Schritte sollten bereits jetzt unternommen werden? Unser Artikel fasst die Antworten zusammen.
Warum wird das ÁNYK-Programm abgeschafft?
Das ÁNYK-System hat Steuerzahlern in Ungarn fast zwei Jahrzehnte lang gedient. Seine Einführung markierte den ersten Meilenstein der Digitalisierung der ungarischen Steuerbehörde und ermöglichte die elektronische Erstellung und Einreichung von Steuererklärungen sowie zahlreicher Verwaltungsformulare. Die Software ist jedoch veraltet und weist erhebliche Einschränkungen auf:
- Grenzen der Automatisierung: Zwar kann die Einreichung der Umsatzsteuererklärung über das ÁNYK-Programm automatisiert werden, doch der wachsende Bedarf der ungarischen Steuerbehörde an detaillierten Daten – wie die Meldung auf Rechnungsniveau über M- und K-Blätter sowie die detaillierte Offenlegung von Vorauszahlungen – erfordert ständige Anpassungen und Eingriffe, selbst in automatisierten Systemen.
- Herausforderungen bei der Datensammlung: Das ÁNYK-Programm verwendet ausschließlich vom Steuerpflichtigen bereitgestellte Daten, während die erweiterten Anforderungen der Steuerbehörde nicht mehr allein mit aus dem ERP-System extrahierten Datenbanken erfüllt werden können. Unternehmen müssen nun Daten aus mehreren Systemen konsolidieren, um vollständige Datenübermittlung sicherzustellen. Infolgedessen verbringen viele Unternehmen Tage damit, Umsatzsteuererklärungen vorzubereiten und Buchhaltungsdaten mit Online-Rechnungsdaten abzugleichen, um spätere Anfragen der Steuerbehörde zu vermeiden.
Was wird das ÁNYK-Programm in Zukunft ersetzen?
Nach der Abschaffung des ÁNYK-Systems wird die ungarische Steuerbehörde Steuererklärungen und Formulare ausschließlich über die folgenden elektronischen Plattformen erfassen:
- ONYA (Onlineanwendung zum Ausfüllen von Formularen) – seit 2018 verfügbar, unterstützt derzeit über 150 Formulare, darunter die Erklärung für Verbrauchsteuern und QDMTT-Vorauszahlung.
- E-Einkommensteuer – seit 2017 für die Einreichung der Einkommensteuererklärung.
- E-Umsatzsteuer – seit 2024 für die elektronische Einreichung von Umsatzsteuererklärungen.
- M2M (Machine-to-Machine) Lösung – seit letztem Jahr verfügbar, aktuell in Version 3.0, ermöglicht eine hochgradige Automatisierung für umfangreiche Datenübermittlungen.
Fahrplan für die Abschaffung des ÁNYK-Programms
Der detaillierte Fahrplan der Steuerbehörde beschreibt die folgenden Schritte der digitalen Transformation in Ungarn:
- 30. Oktober 2025 – Veröffentlichung technischer Leitlinien zur Unterstützung des Übergangs.
- 31. Januar 2026 – Bereitstellung von Beispielprogrammen.
- Februar 2026 – Veröffentlichung technischer Vorlagen und nahezu finaler Versionen ausgewählter Formulare.
- 31. Mai 2026 – Veröffentlichung des XSD-Formats und der Regelwerke; aktive ONYA-Formulare stehen für Tests bereit.
- 30. Juni 2026 – Start der M2M-4.0-Testumgebung.
- 31. August 2026 – Beginn der Live-Datenübermittlung über M2M 4.0.
- 1. Januar 2027 – Offizielle Einstellung der Einreichungen über das ÁNYK-Programm.
Obwohl die ONYA-Oberfläche schon jetzt parallel zur ÁNYK-Oberfläche funktioniert, sind ihre aktuellen Formulare nicht auf der ÁNYK-Oberfläche erschienen. Wenn alles nach Plan verläuft, werden beide Systeme während der Übergangsphase von Juni bis Dezember 2026 parallel genutzt werden können.
Risiken und Vorbereitung auf den digitalen Übergang
Die Umstellung vom ÁNYK-Programm auf neue Plattformen bringt erhebliche Veränderungen für Unternehmen mit sich und erfordert sorgfältige Vorbereitung zur Risikominderung:
- Technische Integration: Die ONYA-Oberfläche funktioniert optimal nur mit aktualisierten Browsern (Edge 85+, Firefox 70+, Chrome 77+). Veraltete Versionen können zu Störungen führen. Der Start kann technische Probleme oder Verlangsamungen mit sich bringen, ähnlich wie bei früheren Online-Systemen wie der Online-Rechnungsdatenübermittlung oder dem EKAER-System.
- Menschliche Faktoren: Die ONYA-Oberfläche unterscheidet sich erheblich vom ÁNYK-Programm, weshalb die Schulung der Mitarbeiter entscheidend ist. Die Integration von ERP- und Buchhaltungssystemen stellt ebenfalls eine Herausforderung dar, da Software, die bisher ausschließlich ÁNYK unterstützte, aktualisiert oder neu entwickelt werden muss.
Dieser Übergang ist nicht nur technischer Natur – er erfordert organisatorische und prozessuale Anpassungen. Unternehmen sollten rechtzeitig mit Updates, Tests und Schulungen beginnen.
Jenseits von ONYA
Wie während der Nationalen Steuerkonsultation betont wurde: „Die Abschaffung des ÁNYK-Programms öffnet die Tür zur vollständigen digitalen Transformation.“ Die ONYA-Anwendung bleibt das manuelle, webbasierte Tool für die Formularübermittlung, jedoch können Umsatzsteuererklärungen ab dem 1. Januar 2027 nicht mehr über ONYA eingereicht werden. Unternehmen müssen entweder die Webseite für E-Umsatzsteuer oder das vollständig automatisierte M2M-System nutzen, das den maschinellen Datenaustausch ermöglicht – besonders vorteilhaft für große Unternehmen mit komplexen Transaktionen.
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Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information und ist nicht geeignet, eine Beratung im Einzelfall zu ersetzen.


