ÁNYK kivezetése

In den vergangenen Monaten haben die Steuerexperten von WTS Klient Ungarn zahlreiche Anfragen von Mandanten erhalten, ob die geplante Abschaffung des ÁNYK-Programms (Allgemeines Formularausfüllprogramm) in Ungarn tatsächlich umgesetzt wird und worauf sich Unternehmen ab dem 1. Januar 2027 vorbereiten müssen.

Bis heute Morgen mussten wir davon ausgehen, dass es keine Verschiebung geben wird. Die am 15. Oktober veröffentlichte Mitteilung der ungarischen Steuerbehörde deutet jedoch auf eine wesentliche Änderung hin: Statt einer vollständigen und zeitgleichen Abschaffung schlägt die NAV einen schrittweisen Übergang vor.

Laut ihrer Mitteilung vom 15. Oktober hat die ungarische Steuerbehörde Buchhalter, Steuerexperten und Softwareentwickler zu ihren Erfahrungen mit dem ungarischen E-Umsatzsteuer-System befragt. Von den rund 2.000 Teilnehmern nannten 55 % der Buchhalter die fehlende Vorbereitungszeit sowie den Rückstand bei der Weiterentwicklung von Buchhaltungssoftware als Hindernis. 64 % der Softwareentwickler hatten mit den eigentlichen Tests noch nicht begonnen.

Noch viele offene Fragen

Auch wir haben als Berater zahlreiche Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem ursprünglich geplanten, schnellen Übergang gesehen:

  • Zum einen war fraglich, welche Belastung die Abschaffung des ÁNYK-Programms mit Wirkung zum 1. Januar 2027 für die Systeme der ungarischen Steuerbehörde bedeutet hätte und ob sich alle betroffenen Steuerpflichtigen ausreichend auf die neue Funktionsweise hätten vorbereiten können.
  • Zum anderen waren nach den uns vorliegenden Informationen bestimmte technische Fragen noch nicht geklärt, beispielsweise die Zukunft der Zusammenfassenden Meldung und ob diese in das E-Umsatzsteuer-M2M-System integriert werden soll.
  • Darüber hinaus standen im Rahmen des allgemeinen M2M-Belegübermittlungssystems bislang nur für relativ wenige Formulare XSD-Strukturen zur Verfügung.

Nach der aktuellen Mitteilung der Steuerbehörde könnte nun mehr Zeit zur Verfügung stehen, um diese Fragen zu klären.

Welche neue Zeitplanung schlägt die Steuerbehörde für die Abschaffung des ÁNYK-Programms vor?

Nach den Vorstellungen soll die Abschaffung des ÁNYK-Programms schrittweise, Erklärung für Erklärung und Formular für Formular erfolgen.

Laut Mitteilung:

  • sollen zunächst die größten Unternehmen im Laufe des Jahres 2027 verpflichtend auf die e-Umsatzsteuer umstellen (wobei bislang noch unklar ist, welche Unternehmen als die größten gelten würden, ob dies an die Steuerleistung oder die Anzahl der Transaktionen anknüpft und ob die ursprüngliche Frist zum 1. Januar für Unternehmen ab einer bestimmten Größe unverändert bestehen bleibt);
  • würde die Mehrheit der Umsatzsteuerpflichtigen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, mehr Zeit zur Vorbereitung und zum Testen erhalten;
  • würde nach dem Vorschlag die Umstellung auf die E-Umsatzsteuer für diese Unternehmen erst ab dem 1. Januar 2028 verpflichtend werden;
  • könnten mehrere weit verbreitete Steuererklärungen, beispielsweise Einkommensteuer- und Körperschaftsteuererklärungen, auch im Jahr 2027 noch über das bisherige System eingereicht werden;
  • würden einzelne Formulare erst dann aus dem ÁNYK-Programm entfernt, wenn die betroffenen Nutzer ausreichend Zeit hatten, die neuen Lösungen kennenzulernen und zu testen.

Wichtig ist zu betonen, dass die ungarische Steuerbehörde die neue Zeitplanung derzeit lediglich als Vorschlag formuliert. Daher sollte sie gegenwärtig noch nicht als endgültiger und rechtsverbindlicher Umstellungsfahrplan betrachtet werden.

Die Branche kann aufatmen, laufende Entwicklungen sollten jedoch nicht gestoppt werden

Die Ankündigung verschafft Steuerexperten, Buchhaltern, Unternehmen und Softwareentwicklern zweifellos etwas mehr Zeit. Aus unserer Sicht wäre es jedoch ein Fehler, diese Nachricht so zu interpretieren, dass M2M-Entwicklungen ihre Aktualität verloren hätten.

Unternehmen, die bereits mit der Einführung von M2M-Lösungen begonnen haben oder sich derzeit darauf vorbereiten, müssen sich daher keine Sorgen machen.

Denn M2M-Lösungen sind nicht ausschließlich im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften von Bedeutung. Bei entsprechender Ausgestaltung ermöglichen sie es, den Prozess der Einreichung von Steuererklärungen weitgehend zu automatisieren, wodurch der manuelle Verwaltungsaufwand und die damit verbundenen Zusatzarbeiten reduziert werden.

Deshalb sollte die längere Vorbereitungszeit nicht unbedingt dazu genutzt werden, Projekte aufzuschieben. Vielmehr bietet sie Unternehmen die Möglichkeit, ihre digitalen Steuerprozesse ohne übermäßigen Zeitdruck zu planen, weiterzuentwickeln und zu testen.

Nach eigener Aussage der ungarischen Steuerbehörde würde sich lediglich der Zeitplan ändern, nicht aber die Richtung. Das ÁNYK-Programm soll weiterhin durch modernere digitale Dienstleistungen ersetzt werden. Für kleinere Unternehmen und Privatpersonen sieht die Steuerbehörde in erster Linie ONYA (Onlineanwendung zum Ausfüllen von Formularen) als Alternative vor, während für größere Unternehmen insbesondere Lösungen auf Basis von Machine-to-Machine-Kommunikation sowie im Bereich der Umsatzsteuererklärungen die E-Umsatzsteuer vorgesehen sind.

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WTS NAVIGATE M2M UMSATZSTEUERLÖSUNG

Die Steuerberater von WTS Klient Ungarn verfolgen die Digitalisierung der Umsatzsteuererklärung und die entsprechenden gesetzgeberischen Entwicklungen kontinuierlich und stehen ihren Mandanten bei allen damit verbundenen Fragestellungen mit aktuellem Fachwissen zur Seite. Zudem unterstützen die erfahrenen Steuer- und IT-Experten unseres Geschäftsbereichs Digitale Lösungen Unternehmen bei der Umstellung auf das E-Umsatzsteuer-System und bei der Einführung der M2M-Umsatzsteuererklärung. Kontaktieren Sie uns bereits jetzt, um von Anfang an auf fachkundige Unterstützung zählen zu können.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information und ist nicht geeignet, eine Beratung im Einzelfall zu ersetzen.